Yoga

Herzlich willkommen!

Ich bin Winfried Eugen Kinscherff. Schaut euch ruhig bei mir um und lernt mich kennen. Damit ich weiß, wer mich hier besucht, könnt ihr mir gerne eine Nachricht über mein Kontaktformular senden.

Ich nehme mir immer mehr Zeit für Yoga und Zen, was ich in Halle und Suhl OT Gehlberg (Biosphärenreservat Thüringer Wald) unterrichte.

Ruhe, Kraft, Gelassenheit und Balance

Was ist Yoga?

Yoga ist aus dem Hinduismus entstanden. Im Indusgebiet wurde eine 4500 Jahre alte Statue eines Meditierenden gefunden, woraus geschlossen wurde, dass Yoga in einigen Elementen schon vor 5000 Jahren in Indien praktiziert wurde. Aner­kannt und durch Quellen belegbar ist, dass Yoga vor 3500 Jahren erwähnt wird. Die vedi­schen Texte, die mit der Einwanderung der Arier nach Indien kamen, erwähnen schon Yoga-Praktiken. Insbesondere die Baga­vad Gita als Kernstück der hinduistischen heiligen Schriften befasst sich im Wesentlichen mit Yoga. Über die Jahrhunderte hin­weg können buddhistische Einflüsse nicht übersehen wer­den. Allerdings hat Buddha seinerseits viele Jahre Yoga praktiziert, so dass er für seine Lehren Wesentliches im Yoga und der damaligen indischen Geisteswelt vorgefunden hat.

Ganz gezielt hat der indische Gelehrte Patanjali die Prinzipien des Yoga im 2. Jh. vor Christus zusammengefasst: Die Weisheit des Yoga umfasst alle Lebensbereiche. Ziel des Yoga ist durch ein bewusstes Sein, Bewusstsein/Erkenntnis und letztendlich Glückseligkeit/Erleuchtung zu erreichen. Dies verlangt Selbsterforschung und ein Verstehen mittels Selbstentdeckung. Das Wort Yoga wird bei Patanjali definiert als ein Bewusstseinszustand, in dem die seelisch-geistigen Vorgänge zur Ruhe kommen. Dies wird erreicht durch Übung und Verzicht. Im Yoga leben heißt, un­mittelbar, von Augenblick zu Augenblick, ohne hemmende Bindung an die Vergan­genheit, ohne eingeschliffene Gewohnheiten zu leben. So gesehen ist der wirkliche Yoga eine sich selbst korrigierende und ewig schöpferische Disziplin voller unendli­cher Möglichkeiten. Dabei betrachtet der Yoga das Leben und den Menschen auf eine ganzheitliche Weise, im Gegensatz zu dem im Westen vorherrschenden analyti­schen Denken. Heilende Wirkungen einzelner Übungen auf einzelne Körperpartien aufzuzeigen ist daher an sich dem Yoga fremd, da jede Übung auf Körper, Geist und Seele insgesamt wirkt.

Das Sanskrit-Wort Yoga geht auf den Indogermanischen Wortstamm „yuj“ zurück und das heißt verbinden/vereinigen, Gespann; der Wagenlenker Arjuna in der Baga­vad Gita ist mit dem Pferd über das „Joch“ (germanisch/dt. Wort auch vom Klang verwandt) verbunden. Andere Wortbedeutung „an/überjochen“Þ zügeln.

Yoga kann verstanden werden als Verbindung von Spannung und Entspannung

                                                                     von Körper, Geist und Seele

                                                                     von Atem und Bewegung

                                                 des eigenen Selbst mit der Gesamtheit des Seins

                                                 von Himmel und Erde;

wir bewegen uns im kosmologischen Sinn dazwischen, zwischen Himmel und Erde.

Hatha Yoga als Teil des Yoga ist eine zielgerichtete Methode zur Beherrschung der eigenen Körperfunktionen. Ha bedeutet Himmel, Tha Erde. Der Übende ist mit der Erde im Stehen, Sitzen oder Liegen verbunden – gegründet – und mit dem Himmel, der Luft und dem weiten Raum im Bewegen und im Atmen – Atman bedeutet im Sanskrit auch Seele – nur als Hinweis für die Wichtigkeit des Atmens im Yoga (als kon­trollierte, bewusste Yoga-Atmung: der Atem wird bewusst vertieft und verlängert; die Ausatmung sollte ungefähr doppelt so lang sein wie die Einat­mung). Wichtig ist, dass die Bewegung dem Atemfluss folgt (insbesondere bei der dynamischen Ausführung der Asanas) und dass den Atempausen Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Ein Kernstück der Yogapraxis ist in Patanjalis Yogasutren beschrieben:

ASTANGA-YOGA (der 8-gliedrige Yoga-Pfad nach Patanjali)

  • Yamas (äußere Gebote oder „fünf existenzielle Imperative“ zum „überjochen“ von Gewalt, Falschheit, Stehlen; Zügellosigkeit und Gier/Neid):

Gewaltlosigkeit (meint liebevoll mit uns und anderen umgehen), Wahrhaftigkeit, Nicht-Stehlen (in einem umfassenden Sinn als Nicht-Begehrlichkeit), reiner Le­benswandel („Keuschheit“ als Beherrschung sexueller Auschweifung/Beschei­denheit), Nicht-Besitzergreifen als „Losgelöstheit (von Habgier)“

  • Niyamas (innere Gebote)

Reinheit, innere Ruhe/tiefe Zufriedenheit, Selbstdisziplin, Selbststudium (auch im Sinne von Achtsamkeit uns selbst gegenüber), Hingabe (als liebevolle Hinwen­dung zur göttlichen Kraft oder zu dem, was unser Tun erfordert).

Diese ersten zwei Punkte beschreiben die innere Haltung mit der der Yogi und Yogapraktizierende in die jeweilige Körperhaltung (3.) gehen soll – gesammelt und gelöst mit reinem Geist und Körper.

  • Asana – gemeint ist bei Patanjali nur die Körperhaltung/Sitzhaltung für die Medi­tation, es kann heute aber durch die Mehrzahl Hatha-Yoga „Asanas“ ersetzt werden.
  • Pranayama (kontrollierter Atem) – entspannt und revitalisiert den gesamten Or­ganismus, Wahrnehmung des Atems als Träger der Lebenskraft (prana)
  • Pratyahara (Rückzug der Sinne) – nach Innen richten der nach Außen wahrneh­menden Sinnesorgane
  • Dharana (Konzentration)
  • Dhyana (Meditation)
  • Samadhi (Einheit mit allem – Erleuchtung)

Die letzten 4 Punkte sind im Grunde genommen auf die Meditation bezogen, wobei Pratyahara und Konzentration auch in den Asanas angewendet werden. Der achgliedrige Pfad kann eher als Kreislauf verstanden werden, bei dem die Meditati­onserfahrungen fruchtbar auf die innere Haltung und die tägliche Asana-Praxis zu­rückwirkt.

Der Hatha-Yoga-Weg hat sich in Indien erst seit dem 13./14. Jh. nach Christus etab­liert. Der Körper wird hier als wunderbare Möglichkeit begriffen unser  Leben durch sinnliche Erfahrungen zu bereichern. „Der Körper ist ein Tempel, in dem die Seele wohnt“(Iyengar).

Auch wenn wir Yoga nicht als unseren Lebensweg betrachten, können wir großen Nutzen aus den Körperstellungen des Hatha-Yoga für uns ziehen. Je bewusster wir mit uns selbst umgehen, desto glücklicher und gesünder leben wir. Die Asanas im Hatha-Yoga fördern Gesundheit durch innere Massage, regen den Stoffwechsel, das Drüsensystem (Immunsystem) und die Organe an, harmonisieren den Energiefluss, erhöhen die Bewusstheit für den eigenen Körper, machen Wechselbeziehung von Körper und Geist erlebbar und fördern Koordination, Kraft und Ausdauer.

Der Sportarzt Dr. Müller-Wohlfahrt erklärt dazu, Hatha-Yoga sei eine anatomisch äu­ßerst präzise, durchgreifende Arbeit am Körper. Er sei ein Feinabstimmen und Ein­dringen in immer tiefere Schichten und Zusammenhänge des Körpers und die damit verbundenen Wahrnehmungsebenen. Dies erkläre seine heilende Wirkung.

Wichtige Regeln bevor mit den Asanas begonnen wird:

  • 2 h vorher nichts essen
  • ½ h vorher nichts trinken
  • bequeme, nicht einengende Kleidung

Weitere Grundregeln beim Praktizieren der Asanas:

  • alles langsam, konzentriert und ruhig ausführen
  • alles bewusst mit Liebe und Hingabe machen
  • respektieren der eigenen Grenzen
Shivas Tanz
Lati Rimpoche mit W.K.